Archiv der Kategorie: Aktuelles

Lesung Literatur TANDEM letterario

Online-Präsentation des Literatur TANDEM letterario
Gespräch mit einem der „Tandems“ 2021,
Fausto Paolo Filograna und Marielle Kreienborg.
Donnerstag, 15.07.2021, 19.00 Uhr
Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung per Mail an: jacopo.mancabelli@esteri.it
Moderation in italienischer und deutscher Sprache: Dr. Sabrina Maag.

Eine Veranstaltung des Italienischen Kulturinstituts Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Heimann Stiftung Wiesloch.

Es gibt nichts Anspruchsvolleres und zugleich Befriedigenderes als die literarische Übersetzung, wenn man sich wirklich mit einem literarischen Werk auseinandersetzen will. Sie zwingt uns dazu, uns in den Text zu vertiefen, ihm ganz auf den Grund zu gehen, völlig in die Sprache des anderen einzutauchen. Durch sie lernen wir die fremde Sprache besser kennen, aber auch unsere eigene. Das Stipendium Literatur TANDEM letterario der Heimann Stiftung (Wiesloch) bietet jungen italienischen und deutschen Schriftstellern diese Möglichkeit.

Italienisches Kulturinstitut Stuttgart

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Heimat

Sina Stilo – Schülerin am Leibniz-Gymnasium in Östringen – ist in 2021 die Preisträgerin des Schülerpreises der Stiftung – ein zweiwöchiger Sprachkurs in Turin.

Sie hat einen Aufsatz zum Thema HEIMAT geschrieben. Was bedeutet Heimat für mich?

Für mich gibt es keine Definition für Heimat, sondern vielmehr ein
unbeschreibliches Gefühl. … Heimat muss nicht immer ein Ort sein. Es kann auch eine Person oder eine Stimmung sein. Trotzdem möchte ich mich auch von diesem Heimatsaspekt trennen, um auf eigenen Füßen zu stehen. Das sage ich so leicht, weil ich weiß, dass ich immer wieder zu meiner Heimat, sei es meine Eltern oder Freiburg, zurückkehren kann und ich dort von Geborgenheit, Liebe und Unterstützung empfangen werde … Heimat ist etwas, was einen zurückhalten und einengen kann oder wie in meinem Fall einem neue Chancen und Möglichkeiten bietet. Heimat bedeutet für jeden etwas anderes, aber in meinem Fall steht Heimat für Geborgenheit, Unterstützung und Sicherheit.

Sina Stilo

Literatur DUO letterario 2021

Im Literatur-DUO haben deutsche und italienische Schülerinnen und Schüler eine von ihnen geschriebene Kurzgeschichte in ihrer Landessprache eingereicht. In deutsch-italienischen DUOs soll die Kurzgeschichte des anderen Autors oder der anderen Autorin in die eigenen Sprache übersetzt oder kreativ nacherzählt werden. 

Die Literatur DUOs 2021 sind:

  • Klara Rottenberger (2003) – Celtis-Gymnasium, Schweinfurt
    “Mittelmeer”
    Leonardo Bertone (2003) – Liceo Classico e Linguistico Carlo Alberto, Novara
    “Cattulo ed Io”
  • Teresa Pascual Frielinghaus (2004) – Wilhelm-Hittorf-Gymnasium, Münster
    “Aus dem Leben von Georg Degenhardt”
    Paola Maria Frisa (2004) – Liceo Classico e Linguistico Carlo Alberto, Novara
    “Luglio”
  • Emma Amalia Kosmalla (2005) – Erzbischöfliches Ursulinengymnasium, Köln
    “SIE”
    Giorgia Pizzo (2003) – Educandato Statale Collegio Uccellis, Udine
    “Il coraggio di essere libera”
  • Joleen Cheyenne Erhard (2004) – Gymnasium, Sottrum
    “Schweigen ist nicht immer nur Gold”
    Susanna Perini (2005) – Educandato Statale Collegio Uccellis, Udine
    “Il fabbricante di storie”
  • Marja Gerike (2005) – Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium, Dresden
    “Verborgene Wunder”
    Alesia Dangelliu (2003) – Ginnasio Giuseppe Cevolani, Cento
    “È bastato uno sguardo”
  • Jagna M. Scheerer (2006) – Hallertau-Gymnasium, Wolnzach
    “Flora von Deutschland”
    Sara Novembre (2005) – Liceo delle Scienze Umane e Linguistico “G. Mazzini”, Locri (RC)
    “Lo sguardo è nell’animo”
  • Alina J. Wild (2003) – Friedrich-Ebert-Gymnasium, Sandhausen
    “Einfach so”
    Joanne Mary Lorenzon (2005) – Educandato Statale Collegio Uccellis, Udine
    “Il tagliatore di siepi”

Das Buch zum Literatur DUO – Literatur DUO letterario 2021

Die Treffen der Literatur DUOs Treffen Emma und Giorgia

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Ausstellung LIBRATION – Irene Galluzzo

Ausstellung LIBRATION mit der italienischen Künstlerin Irene Galluzzo in den Räumen des Kunstvereins KUNST FÜR WALLDORF in der Alten Apotheke vom 9 – 11 April.

LIBRATION
Slight oscillations. Vibrations. The eye dances in positive and negative spaces. It sways at a variable pace. Movement and disorder are compared to stability and order. They are signs and symbols that fluctuate while waiting to find a point of balance.
Leichte Schwingungen. Vibrationen. Das Auge tanzt in positiven und negativen Räumen. Es schwankt in variablem Tempo. Bewegung und Unordnung werden mit Stabilität und Ordnung verglichen. Zeichen und Symbole waten pendelnd darauf, einen Gleichgewichtspunkt zu finden.

Irene Galluzzo, die das Residenzprogramm für Bildende Kunst der Heimann Stiftung in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule KIKUSCH gewonnen hat, ist von Januar bis Mai 2021 Gast im Italienhaus der Heimann Stiftung in Wiesloch.

Weitere Informationen zu den Werken der Künstlerin finden Sie unter
http://www.irenegalluzzo.com

Buchveröffentlichung – Literatur TANDEM letterario 2021

Die Stiftung hatte 2020/2021 zum ersten Mal das Stipendium LITERATURTANDEM ausgeschrieben. Ein Stipendium für SchriftstellerInnen aus Italien und Deutschland, die jeder eine Kurzgeschichte des anderen Autors oder der Autorin übersetzen oder kreativ nacherzählen sollten. Das Ziel der Stiftung war es, die SchriftstellerInnen in Deutschland und Italien bekannter zu machen und den intellektuellen und interkulturellen Austausch zwischen deutschen und italienischen SchriftstellernInnen zu fördern..

Jetzt sind die Kurzgeschichten der 12 AutorInnen
in deutsch und italienisch in dem Buch
“Literatur TANDEM letterario – 2021”
veröffentlicht worden.
So unterschiedlich die Schreibstile sind,
so verschieden ist auch die Art,
wie die Geschichten übertragen wurden:
übersetzt, frei übersetzt oder kreativ nacherzählt.

Das Buch kann im Buchhandel, in allen gängigen online Buchshops oder direkt über den online-shop von BoD bestellt werden.


BoD liefert das Buch ohne zusätzliche Versandkosten nach Deutschland und nach Italien.

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Literatur TANDEM letterario 2021

Im Literaturtandem haben deutsche und italienische Schriftstellerinnen und Schriftsteller eine von ihnen geschriebene Kurzgeschichte in ihrer Landessprache eingereicht. In deutsch-italienischenTandems soll die Kurzgeschichte des anderen Autors oder der anderen Autorin in der eigenen Sprache übersetzt oder kreativ nacherzählt werden. 

Die Literatutandems 2021 sind:

  • Andreea Simionel – “Addio Sicilia”
    Jonas Linnebank – “Drei Frauen, die rauchen”
  • Root Leeb – “Mein Personal Computer”
    Angela Bubba – “L’estate del 2016”
  • Dafne Graziano – “Prima o poi”
    Luka Tuvalu – “Zu Zweit”
  • Marielle Kreienborg – “Wie der Ochse mit dem Pflug”
    Fausto Paolo Filograna – “UNA FINE”
  • Carolina Heberling – “Atmen”
    Maddalena Fingerle – “In principio era il bianco”
  • Lara Rüter – “Oh, just remember, remember, remember”
    Silvia Righi – “Cercate Raperonzolo?”

Das Buch zum Literaturtandem – Literatur TANDEM letterario 2021

Die Kommentare der LiteraturtandemsDie Kommentare der Literaturtandems

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Das Literatur-Tandem – Angela Bubba und Root Leeb

Angela Bubba

Ich habe ein paar Mal mit Root telefoniert und ich habe es wirklich genossen. Ihre Geschichte ist packend. Eine sehr spezielle Beziehung zwischen der Autorin und ihrem Personal Computer – voller origineller Ideen und Perspektiven. Es hat mir viel Freude gemacht die Geschichte zu übersetzten. Es war eine aufregende Erfahrung, die ich immer bei mir tragen werde. Danke, dass ich dabei sein konnte.

Angela Bubba

Root Leeb

Mir hat die Übersetzung sehr viel Spaß gemacht, zumal ich die Geschichte mit ihren atmosphärisch dichten Beschreibungen und den Dialogen sehr, sehr anregend fand. Fünf Menschen, alle in einer – unterschiedlich gearteten – Lebenskrise treffen aufeinander, und die Protagonistin (Ariel) wird über eigene Reflexionen und Beobachtungen auch zur Chronistin.

Root Leeb

Das Literatur-Tandem – Dafne Graziano und Luka Tuvalu

Über die Nuancen in der Sprache und den Wörtern

Nachdem wir die jeweiligen Erzählungen gelesen hatten, haben wir uns für eine Art Übersetzung entschieden, die dem Ausgangstext so treu und nah wie möglich bleiben sollte. Wir haben uns als Ziel gesetzt, den Inhalt nicht zu verändern und uns auf die bestmögliche Wiedergabe in der jeweils anderen Sprache zu konzentrieren.
Wir strukturierten unser Tandem in monatliche Sitzungen und darauffolgende Arbeitsphasen, in denen genügend Zeit blieb, um an den verschiedenen Phasen der Übersetzung zu arbeiten und die Texte mit genügend Abstand zu betrachten. Bei Zwischenfragen standen wir uns stets zur Verfügung.
Es hat uns beiden sehr viel Spaβ gemacht, in diese kontinuierliche Sprachforschung einzutauchen. Die häufigsten Diskussionen, die sich aus unseren Treffen ergaben, konzentrierten sich genau auf alternative Vorschläge für die Übersetzung bestimmter Phrasen und Ausdrücke, auf die zahlreichen Nuancen, die in einzelnen Wörtern enthalten sind, und schlieβlich auf die Unterschiede zwischen der italienische und der deutschen Sprache, aber auch auf die Elemente der Nähe zwischen die beiden Sprachsystemen.
Eine brennende Frage, die uns seit unserem ersten Treffen beschäftigt, ist, wie wir den Spritzkuchen aus Luka’s Text „Zu zweit“ ins Italienische übersetzen. Unser Skype Feed füllte sich über die Monate mit Bildern von italienischen Köstlichkeiten. Einige sind dem Spritzkuchen zum Verwechseln ähnlich, aber leider regionale Besonderheiten und daher nicht für die Metropole geeignet, in der die Geschichte spielt. Wir beschreiben uns Konsistenzen von Zuckergüssen und Durchmesser von Gebäckteilen. Und nehmen uns vor, diese bei Gelegenheit zu verköstigen.
Darüber hinaus war das Lesen unserer Texte in einer anderen Sprache für uns beide eine angenehme Überraschung, die uns unsere jeweiligen Ausgangs- und Zielsprachen bewusster machte.
Schlieβlich war der Austausch von Überlegungen zu zwei sehr unterschiedlichen Texten in Bezug auf Themen und Stil sicherlich sehr nützlich und interessant: Während „Zu zweit“ in der dritten Person die surreale Erfahrung der Protagonisten mit einem subtil ironischen Ton erzählt und einem Rhythmus, der gekonnt Raserei und Momente des Nachdenkens abwechselt, ist „Prima o poi“ ein Monolog mit zunehmender Intensität, in dem sich die Protagonistin schmerzhaft in ihren Gesprächspartner und in sich selbst vertieft und sich zwingt, sich ihrer eigenen Unfähigkeit und Irreversibilität der Zeit zu stellen.

Dafne Graziano – Luka Tuvalu

Das Literatur-Tandem – Lara Rüter und Silvia Righi

Lara Rüter

Ich habe mich nach langer Überlegung (und Übersetzungsarbeit) doch dazu entschlossen, „Cercate Raperonzolo“ auf deutsch nachzuerzählen. Dabei habe ich die Szenen und Motive aus dem Originaltext verwendet und neu zusammengesetzt, um den Fokus auf die Arbeit mit der Sprache zu legen. Die Erzählstimme des Mundes ist im Original so stark, dass sie den Text zu großen Teilen tragen muss. Das im Deutschen authentisch rüberzubringen, war mir nur möglich, wenn ich gewisse Freiheiten nutzte. Da es beim Übersetzen überdies einige Verwirrung mit den Personalpronomina der weiblichen Figuren gab, die ich im Deutschen nur ungelenk lösen konnte, habe ich mir erlaubt, den Aufbau zu verändern: der Text beginnt nun mit dem Mittelteil über Maria, um erst im Anschluss zu offenbaren, dass es der Mund ist, der von der Trichophagie erzählt. Erst im letzten Teil fokussiert er auf „sie“, die Figur, zu der er gehört. Silvia und ich haben geskypt und viele Mails getauscht, auch die Nachrichten zwischendurch mit winzigen Verständnisfragen bekamen fix eine Antwort. Wir entdeckten nicht nur Katzen als unsere Gemeinsamkeit, sondern auch Lyrik, über die wir viel sprachen und uns austauschten. An Silvias Schreiben mag ich, wie sie durch die ungewöhnliche sprachliche Perspektive einen überraschenden Zugang zu der Krankheit schafft. Sie scheint mal auf ein Detail zu zoomen und dann wieder einen größeren Zusammenhang zu zeichnen, stellt dar, womit sich junge Frauen im Alltag konfrontiert sehen, wenn sie sich über Socialmedia vernetzen, vergleichen und verurteilen. Was Eitelkeit und Selbsthass für widersprüchliche Gefühle auslösen können, in einer Welt, in der nach außen hin alles okay ist. Dabei ist es wunderbar, dass Silvia sich nicht scheut, unsympathische Figuren zu kreieren, und dass sie nicht zimperlich ist, sie agieren zu lassen. Damit baut sie eine Bühne, auf der getrampelt, gefressen und geschrien wird, im Ende aber nicht verurteilt. 

Lara Rüter

Silvia Righi

Als ich den Titel von Laras Geschichte las – Oh, just remember, remember, remember – war mir klar, dass ich mich im Einklang mit ihren Worten fühlen würde. Und so war es. Ihre Erzählung ist geprägt von Besinnung und dem Schreiben, den Gedichten (über die wir per Skype ausführlich gesprochen haben), und so erlangt ihre Sprache eine traumhafte Dichte. Das war dann auch der schwierigste Teil der Übersetzung: ​​die verschiedenen Spannungen, die sich durch die Geschichte ziehen, auf Italienisch wiedergeben zu können. Die lineare Struktur der Erzählung wurde aufgebaut durch eine Methode des Zusammenstellens von einzelnen Fragmenten, die sich auf das Thema Abtreibung beziehen. Daher war es nicht notwendig, die Struktur umzuwerfen, aber im Verlauf der Erzählung geht die Stimme, die in einem Monolog (fast theatralisch) wieder gegeben wird, über von der Zärtlichkeit bis zur kalten Beschreibung der bürokratischen Verfahren, des Drogenkonsums, der körperlichen Erfahrung der Abtreibung, um zu einer sehr interessanten Parallele zur Welt der Primaten und der Natur im Allgemeinen zu gelangen. In dieser Sprache existieren Träume und Gewalt gleichzeitig und die Übersetzung dieses Grenzzustands hatte für mich Priorität. Deshalb habe ich manchmal auf eine lehrbuchhafte Übersetzung verzichtet, um das Konzept der Erzählung in seiner Tiefe wiederzugeben. Lara gelang es – ohne zu einem Klischee zu verflachen und ohne zum Melodram zu werden – über eine Erfahrung zu sprechen, die Frauen kennen oder wenn sie nicht kennen doch erahnen. Sie hat alle ihr zur Verfügung stehenden Medien verwendet: die Fernsehserien, die statistischen Daten, die Geschichte, den direkten und indirekten Dialog, die Parallele zur Tierwelt. Diese Geschichte ist ein Prisma und sollte als solches in ihrer Komplexität gelesen und geschätzt werden. Die Zusammenarbeit mit Lara war eine wundervolle Erfahrung, getragen von einer offenen Kommunikation und dem gegenseitigen Einfühlungsvermögen in unserer Erzählungen.

Silvia Righi