Schlagwort-Archiv: Kunst

Artist in Residence 2026 – Gabriele Diversi

Im Rahmen des Stipendiums Artist in Residence 2026 hat Garbriele Diversi von März bis April im Apartment der Stiftung in Wiesloch gewohnt und künstlerisch gearbeiten. Neben den vielfältigen künstlerischen Arbeiten mit Ton und Papier hat er auch einen Workshop mit Kindern der Merianschule durchgeführt.

Kommentar des Künstlers

Intime Momente von außergewöhnlicher Alltäglichkeit

Intime, alltägliche, außergewöhnlich gewöhnliche Momente. Manchmal verbergen sie eine tiefe Bedeutung, die keiner Erklärung bedarf. Ein langsamer, wiedergewonnener Rhythmus, der es uns ermöglicht, ihren Geschmack zu genießen. Während meines Aufenthalts in Wiesloch bei der Heimann-Stiftung habe ich diese Momente durch künstlerische Reflexion erforscht. Eine Praxis, die ihrerseits Langsamkeit erfordert. Bei der Arbeit mit Keramik bestimmt das Material den Arbeitsrhythmus. Man muss auf die richtige Konsistenz warten, um es zu bearbeiten, es vollständig trocknen lassen, bevor man es in den Brennofen schiebt. Angesichts der hektischen Rhythmen, die die Moderne prägen, verbindet uns diese Langsamkeit wieder fest mit der Realität. Es ist wie eine Revolution. Eine langsame, intime Revolution.
So entstand die Serie „Intime Momente des außergewöhnlichen Alltags“, die genau diese poetischen Augenblicke des Alltags untersucht: den Moment der Dusche, das frische Brot, die Kaffeekanne, die vom Licht des Sonnenuntergangs überflutet wird. Das Normale kann außergewöhnlich werden, wenn man es mit neugierigem Blick vertieft. Alles wird dann durch die künstlerische Aufarbeitung vermittelt.
All dies verdeutlicht das größte Privileg, das die Heimann-Stiftung den Künstlern in Residenz bietet: Zeit. In der Ruhe und Besinnlichkeit des Ateliers können neue Projekte entstehen. Einige davon entstehen gerade hier in Wiesloch. Wenn man an Orten lebt, kommt man mit den Realitäten in Kontakt, die sie beleben, und das kann zu einem wichtigen kreativen Impuls werden. Das Werk zwischen Keramik und Poesie „Io migrante“ entstand in Zusammenarbeit mit Valeria Provenzano, einer Schriftstellerin, die in der zweiten Wohnung der Stiftung residiert. Ich habe mich um die Vorbereitung der „Seiten“ aus Ton gekümmert, und Valeria hat den Text, der dem Werk seinen Titel gibt, darin eingraviert.
Am Donnerstag, dem 30. April, haben wir dank der in Wiesloch ansässigen Francesca Napoli einige Kinder der Merianschule in einen Cyanotypie-Workshop einbezogen. Wir haben diese Aktivität in das bereits laufende Projekt „Spüren des Lichtes“ integriert. Nach einer kurzen Einführung stellte Francesca die für die Cyanotypie charakteristische Farbe Blau vor und ließ die Schüler ihre Eindrücke zu diesem Farbton teilen. Anschließend gingen wir nach draußen, um das Material für die künstlerischen Kompositionen direkt im Garten zu sammeln, und dann schuf jeder Teilnehmer sein eigenes Werk. Schließlich haben wir alle gemeinsam durch gemeinschaftliche Arbeit eine große Komposition mit der Cyanotypie geschaffen.

Dolce dormire, 2026, Keramik,
26x18x5 cm
Intime Momente eines außergewöhnlichen Alltags, 2026,
Keramik, 27x17x2,5 cm
Intime Momente eines außergewöhnlichen Alltags, 2026,
Keramik, 29x19x2,5 cm
Intime Momente eines außergewöhnlichen Alltags, 2026,
Keramik, 24x26x2,5 cm
Warmes Brot, 2026,
Ölpastell auf Papier, 29 x 21 cm
Kaffee-Duft, 2026,
Ölpastell auf Papier, 29 x 21 cm
Ich als Migrant, 2026,
Keramik und Poesie, 30 x 42 x 2 cm
Werk in Zusammenarbeit mit Valeria Provenzano

Cyanotypie-Workshop für das Projekt „Spüren des Lichtes“

Biographie

Gabriele Diversi (Portoferraio, 1995) ist ein bildender Künstler, der in Italien und international tätig ist. Er erwarb das Diplom in Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Florenz und in Dekoration an der Akademie der Bildenden Künste in Venedig und absolvierte zudem ein Erasmus+-Praktikum am BBK Berlin (2022–2023) sowie einen Movement Workshop bei SAVVY Contemporary, Berlin.
Seine Arbeit untersucht die Beziehung zwischen Raum, Erinnerung und dem Experimentieren mit Materialien, wobei er ein besonderes Augenmerk auf ortsspezifische Kontexte und die Wiederverwendung von Abfallmaterialien legt. Malerei und Skulptur gehen in seinem Werk eine Verbindung ein, wie die Einzelausstellung „Refrattario“ (2024, Studio Italo Bolano, Prato) zeigt.

Zu den jüngsten Projekten zählen: „Bòno come il pane“, internationale Künstlerresidenz Legarti (finanziert durch NextGenerationEU, Ulassai, 2025); die Residenz Germinale Monferratoartfest (Cocconato d’Asti, 2024); die Residenz A Dimora, ein Programm von Toscana Contemporanea (Montelupo Fiorentino, 2024); sowie Land Art al Furlo (2024). Im Jahr 2025 nahm er an New Perspectives (New and Abstract, Berlin) teil und im Jahr 2024 an Twenty Years of GLUE und Culterim Open Studios (Berlin). Seine Arbeit bewegt sich zwischen Tradition und Experimentierfreudigkeit und verknüpft dabei unterschiedliche Materialien, Prozesse und Gemeinschaften.

Residenzprogramme 2026

Die Heimann-Stiftung vergibt im Jahr 2026 in Wiesloch Residenz-Aufenthalte für
Kulturschaffende und Wissenschaftler aus Italien.

Für die Residenzprogramme 2026 wurden folgende Bewerbungen ausgewählt:

  1. Monica Gabrielli – Autorin
    Ein Roman auf der Suche nach einem Ende
    Zweiwöchiger Aufenthalt
    12. Januar 2026 – 26. Januar 2026
  2. Marianna Rania – Bildende Künstlerin
    Nähen als Ausdruck von Erzählkunst und künstlerischer Freiheit
    6-wöchiger Aufenthalt
    09. Februar 2026 – 23. März 2026
  3. Valeria Provenzano – Autorin
    Die Entwicklung von „Clandestina“, einer Sammlung von Geschichten über Menschen, die, um das Leben, die Liebe und Missgeschicke zu überstehen, Brücken überqueren und und sich im Verborgenen verstecken
    17-wöchiger Aufenthalt
    27. März 2026 – 24. Juli 2026
  4. Elena Grossi – Bildende Künstlerin
    Ein Blick aus der Ferne, eine Erfahrung des Zuhörens, der Besinnung und der Verwandlung, um das Familienfotoarchiv neu zu gestalten, wo Erinnerungen lebendig, spürbar und teilbar werden
    10-wöchiger Aufenthalt
    01. August 2026 – 10. Oktober 2026
  5. Leonardo Bartoli und Linda Mazzuccato – Drehbuch
    Vollständiges Schreiben eines Drehbuchs für einen Kinofilm
    12-wöchiger Aufenthalt
    15. Januar 2026 – 09. April 2026
  6. Gabriele Diversi – Bildender Künstler
    Beziehungen zeichnen: langsame und partizipative künstlerische Arbeit zwischen Natur, Gemeinschaft und dem Lauschen auf die Region
    5-wöchiger Aufenthalt
    12. April 2026 – 17. Mai 2026
  7. Giulia Spernazza – Bildende Künstlerin
    Kunst-TANDEM – Giulia Spernazza und Sabrina Ferwagner
    10-wöchiger Aufenthalt
    19. Mai 2026 – 28. Juli 2026
  8. Veronica Penserini mit Giulio Fabroni und Francesca Tozzi – Drehbuch
    Erster Entwurf des Drehbuchs für den Spielfilm Dad vs. Death
    10-wöchiger Aufenthalt
    01. August 2026 – 10. Oktober 2026
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Artist in Residence – Matteo Pizzolante
Ausstellung UMRAUM

Der italienische Künstler Matteo Pizzolante hat von April bis September 2024 im Rahmen eines Residenzstipendiums der Heimann-Stiftung in Wiesloch künstlerisch gearbeitet. In der Galerie „Vivere Arte“ in Wiesloch wurden seine Arbeiten in der Ausstellung UMRAUM öffentlich ausgestellt.

Prof. Mario Urlaß hat die Einführungsrede gehalten.

Hier der Film und der Text der Einführungsrede von Prof. Urlaß.
Film der Eröffnungsrede von Prof. Urlaß
Text der Eröffnungsrede von Prof. Urlaß

Einige Bilder zur Vernissage.

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Artist in Residence 2024 – Matteo Pizzolante

Das Stipendium Artist in Residence 2024 wurde an den italienischen Künstler Matteo Pizzolante vergeben. Pizzolante wird von April bis Juli im Apartment der Stiftung in Wiesloch wohnen und künstlerisch arbeiten.

Matteo Pizzolante wurde 1989 in Tricase, in der Provinz Lecce, geboren. Zunächst studierte er Bauingenieurwesens und schloss das Studium 2012 ab. Anschließend belegte er den zweijährigen Studiengang Bildhauerei an der Akademie der Schönen Künste in Brera unter der Leitung von Vittorio Corsini. Abgeschlossen hat er sein Kunststudium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Wilhelm Mundt und Carsten Nicolai. Er hat an mehreren Ausstellungen in Italien teilgenommen und ist der Gewinner des von Artissima und Jaguar geförderten Projekts Jaguart.

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LA NATURA SULLA PELLE
Benedetta Chiari Ausstellungen

Das Stipendium Artist in Residence 2023 wurde an die italienische Künstlerin Benedetta Chiari vergeben. Benedetta wird von Mai bis September im Apartment der Stiftung in Wiesloch wohnen und künstlerisch arbeiten.

Die Künstlerin Benedetta Chiari

Die Ausstellung im Dämmelwald

Die Ausstellung in der Galerie Vivere Arte in Wiesloch

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Benedetta Chiari – Ausstellungen
LA NATURA SULLA PELLE – Appunti sulla caducitá

Benedetta Chiari Absolventin der Akademie der Schönen Künste in Florenz wohnt und arbeitet als Stipendiatin der Heimann Stiftung von Mai bis September 2023 in Wiesloch.

Die künstlerischen Arbreiten, die während des Aufenthalts in Wiesloch entstanden sind, werden jetzt präsentiert.

LA NATURA SULLA PELLE, Notizen zur Vergänglichkeit

Kunstinstallationen im Dämmelwald-Wiesloch
Eingang beim Minigolf
Samstag 23.9.2023, 11-17 Uhr
Vernissage 15 Uhr

Ausstellung in der
Galerie Vivere Arte
Wiesloch, Marktstr. 11
Sonntag den 24.9.2023
Vernissage 16 Uhr
Ausstellungsdauer bis 30.9.2023
täglich geöffnet von 16-19 Uhr
Galerie Vivere Arte

Inwieweit verbinden wir uns mit der Natur?
Wo lesen wir die Seiten unserer Geschichte?
Die Flüchtigkeit streichelt unsere Haut und wir spüren, wie sie durch uns hindurchgeht und wie wir Selbsterfahrung erleben.
Diese Erfahrungen verändern unseren Umgang mit der Außenwelt, als würden wir ständig eine alte Haut verlassen, die wir zurücklassen, um unsere Reise in der Welt fortzusetzen.
Unsere Exuvien – die bei der Häutung abgestreifte Haut – dienen dazu, das neue Leben zu nähren, das kontinuierlich entsteht, indem sie Nahrung aus vergangenen Fußabdrücken aufnehmen und uns zu neuen Perspektiven führen.

Benedetta Chiari
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Artist in Residence 2023 – Bendetta Chiari

Das Stipendium Artist in Residence 2023 wurde an die italienische Künstlerin Benedetta Chiari vergeben. Benedetta wird von Mai bis September im Apartment der Stiftung in Wiesloch wohnen und künstlerisch arbeiten.

Benedetta Chiari (San Miniato, 1998), Absolventin der Accademia di Belle Arti di Firenze, ist eine bildende Künstlerin, die in ihren Arbeiten auf der Suche nach der Identität zwischen der Landschaft und den alltäglichen Erfahrungen ist.
In ihren Arbeiten verknüpft sie Umwelt- und Sozialthemen. Sie arbeitet mit Fotografie, Video, ortsspezifischen Installationen und Zeichnungen, wobei sie häufig organisches Material und Recyclingmaterial verwendet. Sie schafft visuell subtile Installationen, die auf den Kontext reagieren, in dem sie platziert sind.

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Artist in Residence 2022 – Lisa Redetti

Die italienische Künstlerin Lisa Redetti war von April bis Mai 2022 als Artist in Residence Gast der Heimann-Stiftung in Wiesloch.

Lisa Redetti, geboren 1993 in Feltre (Belluno), lebt und arbeitet derzeit in Turin.
Sie studierte Malerei an der Accademia di Belle Arti di Bologna und vertiefte ihre Studien anschließend an der Accademia Albertina di Torino.
Ihre malerischen Studien entspringen einem innigen Bedürfnis nach Übersetzung und formaler Restitution von existenziellen Aspekten. Sie arbeitet auf Papier, ein Material, das ihr einen unmittelbaren und schnellen Zugang ermöglicht, aber gleichzeitig lebendig ist, weil sich die Farbe auf seiner Oberfläche sogar über Wochen ausdehnen kann. Tatsächlich gelingt es ihr, durch die Verwendung von Pigmenten in Kombination mit Öl und von malerischen und zeichnerischen Eingriffen, Überlagerungen zu schaffen, die sich anerkennen und gleichzeitig nebeneinander existieren, wodurch ein so zartes und weiches Material an Körper und Bedeutung gewinnt.
Wichtig ist ihr auch der gestalterische Aspekt, der den Raum als Möglichkeit betrachtet die Dreidimensionalität einer zweidimensional Arbeit widerzuspiegeln.

Vernissage – Ausstellung Lisa Redetti

Nessun titolo, 2022, olio su carta, 280cm x 200cm

Wie viele Abgründe muss ich noch graben

Punkte, Orte der Begegnung.
Teile die sich suchen, verfolgen, imitieren, drehen,
beobachten, vermissen.
Vereint berühren sie sich, immer, niemals.

Lisa Redetti, 1993 geboren, lebt in Turin wo sie auch ihr Atelier hat. Sie studierte Malerei an der Accademia di Belle Arti di Bologna und vertiefte ihre Studien anschließend an der Accademia Albertina di Torino.
Lisa arbeitet mit Papier als Maluntergrund und verwendet oft große Formate. Es gelingt ihr mit Hilfe von Farbpigmenten und Öl Überlagerungen zu schaffen und so entstehen weiche Farbabgrenzungen, weil die Öl getränkten Oberflächen sich während des Trocknens oft noch über mehrere Tage auf dem Papier ausdehnen.

Die Ausstellung im Atrium der Bejarano Gemeinschaftsschule in Wiesloch mit seinem lichtdurchfluteten, weiten Raum brachten die Werke von Lisa sehr gut zur Wirkung.

per il grande: „Nessun titolo, 2022, olio su carta, 280cm x 200cm“
per i piccolini: „Nessun titolo, 2022, olio su carta, 60cm x 104cm“

Die Grußworte von Archim Heimann zur Ausstellung von Lisa Redetti

Liebe Gäste, ich freue mich im Namen der Heimann-Stiftung, einige Worte über die Künstlerin Lisa Redetti und ihr Schaffen an Sie zu richten.

Zunächst möchte ich aber besonders begrüßen die Künstlerin Lisa Redetti, Lisas Vater und seine Lebenspartnerin, die aus Italien angereist sind, Herrn Sauer Bürgermeister der Stadt Wiesloch und Frau Kröhn die Rektorin der Bejarano Schule, die uns die Ausstellung hier in den Räumen ihrer Schule ermöglicht hat.

Ausgewählt wurde Lisa aus den gut zehn italienischen Bewerbern und Bewerberinnen für den Kunstaufenthalt in Wiesloch von einer kleinen Jury aus Prof. Urlaß, Frau Elisabeth Kamps und Frau Roberta Ciut von der KIKUSCH und meiner Frau und mir von der Stiftung. Ausgeschrieben wurde der Aufenthalt in Italien ganz bewusst nur für junge Künstlerinnen und Künstler, da uns viel daran liegt, vor allen Dingen junge Menschen zu fördern.

Bevor ich einige Worte zur Ausstellung sage, möchte ich darauf eingehen, wie Lisa arbeitet.

In einem Interview mit Eleonora Savorelli Journalistin bei ArtsLife sagte Lisa über ihr Arbeit:

Bevor ich beginne, verbringe ich einige Momente still und starre ins Leere oder auf das hängende Papier, als müsste ich zu meinem Rhythmus zurückkehren, zu meiner Bewegung, die nichts mit dem Außen zu tun hat. Um die Wahrheit übermitteln zu können, ist es notwendig, jede Art von Urteil oder Scham gegenüber dem, was wir sind, fallen zu lassen, und eine „reine“ Brücke zu schaffen, dank der die Arbeit direkt mit dem Inneren verbunden werden kann.

Eleonora Savorelli

Als Arbeitsmedium hat Lisa Papier und Öl gewählt.

Papier ist ein sofortiger und schneller Träger, aber von äußerst zerbrechlicher Natur, da es leicht reißt oder beschädigt wird. Gleichzeitig ist es lebendig, da sich das Öl und die Farbe auch wochenlang auf seiner Oberfläche ausdehnen können. Ich liebe die Idee, einen so zarten Träger maximal hervorzuheben und ihm durch eine vielschichtige und reflektierende bildliche Intervention Körper und Bedeutung zu verleihen.
Öl wiederum ist ein Material, das es mir ermöglicht mit malerischen und zeichnerischen Eingriffen, Überlagerungen zu schaffen, die sich anerkennen und gleichzeitig nebeneinander existieren, wodurch ein so zartes und weiches Material wie Papier an Körper und Bedeutung gewinnt.

Als nächstes fange ich an zu malen, ganz geleitet von einer Kraft, deren Medium ich bin. Jede Form, jeder Fleck, jedes Zeichen erscheint auf dem Papier und wird zwangsläufig bewegt. Nichts in der Komposition könnte irgendwo anders sein als an dem Ort, an dem es erscheint. Verliere ich meinen „Flow“, lässt die Konzentration nach und erzwinge ich einen Eingriff, dann ist die Arbeit wegzuwerfen. Es ist sehr schwierig, Fehler dieser Art zu beheben, die Balance zwischen Voll und Leer zu brechen bedeutet, die Balance zwischen etwas Gegebenem und Verweigertem gleichzeitig zu brechen.

Eleonora Savorelli

Die Leere spielt also in den Bildern von Lisa eine wichtige Rolle.
Auf die Frage von Eleonora Savorelli zur Bedeutung der Leere antwortet Lisa:
Ich könnte mit einer einfachen leeren / vollständigen Gleichung antworten: Form = Abwesenheit / Anwesenheit: Existenz
Es sind absolut zwei untrennbare Aspekte, die eine grundlegende Kombination für die Ordnung der Kompositionsräume innerhalb meiner Arbeit darstellen. Sie sind gleichzeitig Subjekt und Objekt der Reflexion.

Dann fällt natürlich das große Format mancher Bilder auf.
Dazu sagt Lisa:

Durch das große Format kann ich viel Energie ausschöpfen, sowohl gestisch als auch kommunikativ. Die Tatsache, dass viele Bilder groß sind, bedeutet einfach, dass Energie im Überfluss vorhanden ist.

Und schließlich nicht zu vergessen – die Rolle des Raums für ihre Bilder – also hier das Atrium der Bejarano Schule
Dazu sagt Lisa: Er dient der Entfaltung des dreidimensionalen Potenzials eines Werks, das in der Zweidimensionalität lebt. Es ist ein wesentlicher Bestandteil für die Installation der Werke, da so möglich wird, die Räumlichkeit der Werke durch den Raum an sich zur Geltung zu bringen.
Und so sind wir sehr glücklich, dass wir hier im Atrium der Bejarano Schule ausstellen dürfen.

Als Titel für ihre Ausstellung hat Lisa gewählt

QUANTI ABISSI DEVO ANCORA SCAVARE

Frei übersetzt:
Wie viele Abgründe muss ich noch graben ..
Bei einer Übersetzung geht aber oft viel verloren, denn so bedeutet Abissi nicht nur Abgrund sondern z.B. auch Untiefe, Ruin, Unterwelt und scavare ist mehr als graben sondern auch wühlen, schürfen, aushöhlen
Diese Vielschichtigkeit der Wörter kann eine Übersetzung oft nur unzureichend wiedergeben.

Im Untertitel heißt es dann
„Punti, luoghi di incontro“
„Le parti si ricercano, si rincorrono, si imitano, si girano, si guardano, si mancano“
„Unite si toccano, sempre, mai“

Auch hier wieder der Übersetzungsversuch

„Punkte, Orte der Begegnung“
„Teile die sich suchen, verfolgen, imitieren, drehen, beobachten, vermissen“
„Vereint berühren sie sich, immer, niemals“

In dieser lauten, aufgewühlten Welt voller Tragödien, ist es das besinnliche, das Lisa Redettis Kunst auszeichnet.

Was Lisa bei ihren Bildern empfunden hat, dass kann nur Lisa wissen, aber ich kann Sie nur herzlich einladen, sich selber in die Bilder von Lisa zu vertiefen und ihre eigenen Gedanken und Bilder zu entwickeln.

Liebe Lisa, herzlichen Dank, dass du zu uns nach Wiesloch gekommen bist und uns durch deine Kunst bereichert hast.

Kulturschaffende und Wissenschaftler aus Italien

Kulturschaffende und Wissenschaftler aus Italien
Aufenthalte in Wiesloch im Apartment der Stiftung

Artist in Residence 2021 – Irene Galluzzo

Von Januar bis Mai 2021 war die italienische Künstlerin Irene Galluzzio Gast
im Italienhaus der Heimann Stiftung in Wiesloch.

Al tempo e alla percezione
che ne abbiamo.
A quello che dedichiamo,
a quello che spendiamo.

A questo tempo
articolato
che ha donato
un luogo fatto di spazi
per creare, persone
e crescita personale.

Al tempo e alla fondazione
Heimann.
Sono grata per questa
immisurabile esperienza.
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Ausstellung LIBRATION – Irene Galluzzo

Ausstellung LIBRATION mit der italienischen Künstlerin Irene Galluzzo in den Räumen des Kunstvereins KUNST FÜR WALLDORF in der Alten Apotheke vom 9 – 11 April.

LIBRATION
Slight oscillations. Vibrations. The eye dances in positive and negative spaces. It sways at a variable pace. Movement and disorder are compared to stability and order. They are signs and symbols that fluctuate while waiting to find a point of balance.
Leichte Schwingungen. Vibrationen. Das Auge tanzt in positiven und negativen Räumen. Es schwankt in variablem Tempo. Bewegung und Unordnung werden mit Stabilität und Ordnung verglichen. Zeichen und Symbole waten pendelnd darauf, einen Gleichgewichtspunkt zu finden.

Irene Galluzzo, die das Residenzprogramm für Bildende Kunst der Heimann Stiftung in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule KIKUSCH gewonnen hat, ist von Januar bis Mai 2021 Gast im Italienhaus der Heimann Stiftung in Wiesloch.

Weitere Informationen zu den Werken der Künstlerin finden Sie unter
http://www.irenegalluzzo.com