Autoren und Autorinnen
Literatur-TANDEM-letterario 2023

Das Literatur-TANDEM-letterario 2023 ist ein Stipendium für junge Schriftsteller und Schriftstellerinnen aus Italien und Deutschland.

Die AutorInnen haben eine Kurzgeschichte in ihrer Landessprache eingereicht. In einem deutsch/italienischen Tandem soll die Kurzgeschichte des fremdsprachigen Partners in die eigene Landessprache übertragen werden. Die AutorInnen können selber entscheiden, wie sie die Texte übertragen wollen: von der semantischen Übersetzung, zur freien Übersetzung mit der Neufassung von Textteilen oder dem kreativen Nacherzählen der Texte mit eigenen Worten.

Es gibt nichts Anspruchsvolleres und zugleich Befriedigenderes als die literarische Übersetzung, wenn man sich wirklich mit einem literarischen Werk auseinandersetzen will. Sie zwingt uns dazu, uns in den Text zu vertiefen, ihm ganz auf den Grund zu gehen, völlig in die Sprache des anderen einzutauchen. Durch sie lernen wir die fremde Sprache besser kennen, aber auch unsere eigene. “

Istituto Italiano di Cultura Stoccarda

Die Autorinnen und Autoren
des Literatur-TANDEM-letterario 2023

Elena Pineschi wurde 1996 in Rolo (RE) geboren, einem kleinen Städtchen auf dem Land mit rund 4000 Einwohnern. Sie hat einen Abschluss in Physiotherapie und arbeitete dann mit behinderten Kindern und Erwachsenen.

Durch ihr Interesse am menschlichen Körper entwickelt sich mit der Zeit der Wunsch, über Schmerzen und alles, was nicht gesagt werden kann, zu erzählen. Schliesslich zog sie nach Turin, einer viel größeren Stadt mit vielen Kulturangeboten. Dort machte sie an der Scuola Holden einen Abschluss in Kreativem-Schreiben, Storytelling und dem Schreiben von Drehbüchern.
Heute arbeitet sie als Lektorin und schreibt selber. Sie versucht dabei, eine Brücke zwischen ihren wissenschaftlichen und kulturellen Interessen zu schlagen: Sie sucht nach den Worten, aber vertraut in ihren Geschichten vor allem auf Gesten, Körperhaltungen und Empfindungen.

Giulia Orati, (1991), schloss ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften an der La Sapienza in Rom ab und begann während ihres Studiums, verschiedene Drehbuchkurse zu besuchen. Danach machte sie nach einem zweijährigen Kurs an der Scuola Holden in Turin einen Abschluss im Bereich Serien/TV.

Seit 2020 schreibt sie Rezensionen für ein Online-Kulturmagazin und arbeitet weiterhin als Schriftstellerin. Sie hat mehrere Romane und eine Erzählung veröffentlicht und hat an der Produktion einiger Kurzfilme mitgewirkt. Von Zeit zu Zeit gewann sie einige Preise. Alles in dem andauernden und anstrengenden Rennen, um dann doch einmal die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zu erhalten.

Luca Tosi wurde 1990 geboren und lebt jetzt in Bologna. Seine Erzählungen sind in verschiedenen Zeitschriften erschienen, darunter «Futura» im «Corriere della Sera» und «’tina», herausgegeben von Matteo B. Bianchi. Er hat Kurzgeschichten veröffentlicht in den Anthologien Matti di guerra (Morellini Editore), herausgegeben von Andrea Tarabbia, und Cuore di Pietra (Skinnerboox), herausgegeben von Federico Clavarino und Wu Ming 2.
Ragazza senza prefazione (TerraRossa Edizioni) sein Debütroman ist beim Premio Campiello 2022 von der Jury der Literaten ausgewählt worden.

Paolo Casella (1994) lebt in Sapri (Italien) und ist inspiriert vom Vorbild des Menschen in der Renaissance, der sich gleichermaßen der Wissenschaft, der Literatur und dem Sport widmet. Er hat einen Abschluss in Physik und ist Autor eines Theorems zur Quantenmechanik und arbeitet jetzt als Lehrer an einem Gymnasium.

Er ist der Autor von “Febbre d’estate”, einer bei nationalen Literaturwettbewerben vielfach preisgekrönten Erzählung. In seiner Freizeit organisiert er Ausflüge im Cilento.

Peter Rosenthal, geboren 1960 in Rumänien, lebt seit 1973 in Köln, nachdem er aus der Ceauescudiktatur zu seinen Eltern nach Westdeutschland ausreisen durfte. Über diese Ausreise handelt seine Erzählung “In die Zeit fallen” (Schardt Verlag 2013). Seit 1993 ist er als Arzt für Innere Medizin in Köln Ehrenfeld niedergelassen. Publikationen als Schriftsteller unter anderem “Entlang der Venloer Straße” (Kiepenheuer & Witsch 2003), “33 Gedichte” (Tauland Verlag 2017). Herausgeber von “Venedig ist auch nicht viel größer als Ehrenfeld” (Verlag der Buchhandlung Walther König 2017). Der Gedichtband “Ehrenfeld Alphabet” erschien in der Parasitenpresse 2018.

Er ist Mitautor und Mitproduzent des experimentellen, mehrfach ausgezeichneten Kurzfilms “Tigersprung” über den von den Nazis ermordeten Ehrenfelder Radweltmeister Albert Richter tigersprung-der-film . Zuletzt Herausgeber von “Nachts nicht weit von wo” (Weissmann Verlag 2019). Seit 2019 ist er auch im Weissmann Verlag tätig. Letzte Publikationen “Impfnovelle” 2022 in der Parasitenpresse und als Herausgeber “Cluj-Der Traum ist unser geheimes Zuhause” im Weissmannverlag.

Giacomo Cavaliere (1995) wurde in Turin geboren. Er betreute Gruppen- und Einzelausstellungen zeitgenössischer Kunst als Kurator und Pressesprecher. Für Ausstellungen und Galerien schrieb er als Autor Kritiken und Rezensionen. Er war Mitglied der Redaktion für Zeitgeschichte von Frammenti-Rivista und hat darüber hinaus auch für andere Zeitschriften gearbeitet.

Einige seiner Erzählungen sind erschienen in: l’inquieto, Bomarscé, Malgrado le mosche, Sulla quarta corda, Waste, Narrandom, Neutopia, Il mondo o niente, Blam, Spaghetti Writers, Quaerere, Smezziamo und weiteren Zeitschriften. 2022 erhielt er den Preis der Jury des Premio „InchiostroNoir 2022“ der Stadt Verona, organisiert von der Zeitschrift Inchiostro. Im selben Jahr gehörte er zu den Finalisten des Wettbewerbs „Mensa in Fabula“ der Associazione Internazionale Mensa

Clara Leinemann, geb. 1994 in Köln, studierte am Literaturinstitut in Hildesheim und schreibt Prosa- und Dramentexte. Einladung zum 4+1 Festival für junge Dramatiker*innen, szenische Einrichtung am Schauspiel Hannover, verschiedene Engagements als Autorin in der freien Szene. Nominiert für den Berliner Kindertheaterpreis 2021, seitdem bei Felix Bloch Erben unter Vertrag. Ihre Prosatexte wurden in verschiedenen Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht, u.A. Die Poetin, Mosaik FreiText (2023).

Clemens Böckmann (1988) studierte in Kiel, Lissabon und Tel Aviv. 2018 machte er seinen Masterabschluss im Bereich Sprache und Gestalt bei Prof. Oswald Egger an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Seitdem lebt und arbeitet er als Autor, Veranstalter und Herausgeber in Leipzig.
Zuletzt erschien: Rrtt (Yeongbin Lee und Clemens Böckmann). Stuttgart: Verlag für Handbücher 2021; Springer Innen (Alvaro Maderholz – Herausgeber Clemens Böckmann), Leipzig: Trottoir Noir 2021;

Phantastische Gesellschaft. Gespräche über falsche und imaginierte Familiengeschichten zur NS-Verfolgung (Clemens Böckmann und Johannes Spohr), Berlin: Neofelis 2022. Gegenwärtig forscht er zu den Möglichkeiten biografischen Erzählens und verfasst seinen ersten Roman über das Leben einer Sexarbeiterin in Dienst des Ministerium für Staatssicherheit der DDR.

Lena Schätte, 1993 geboren, veröffentlichte 2014 ihren ersten Roman Ruhrpottliebe im Marlon Verlag. In den Folgejahren arbeitete sie als Psychiatriekrankenschwester im Ruhrgebiet, bis sie 2020 ein Studium des literarischen Schreibens am deutschen Literaturinstitut Leipzig aufnahm. Zuletzt veröffentlichte sie die Kurzprosa Gebärmutter im Open Sewers Collective. Sommer 2022 nahm sie an der Grazer Romanwerkstatt für junge Literatur teil.
Zwischen Vorlesungen und Schreibkrisen arbeitet sie als Redaktionsmitglied am Anthologieprojekt Tippgemeinschaft. Aktuell schreibt sie an ihrem nächsten Buch, pendelt zwischen ihrem sauerländer Zuhause und ihrer leipziger Schreibstätte. In Zügen immerzu auf der Suche, nach diesem einen verlegten Notizbuch.

Greta Köhne wurde 1996 in Norddeutschland geboren. Kurzzeitig verschlug es sie zum Studieren in den schwäbischen Süden (Bachelor Theatertherapie) und immer wieder in den italienischen Süden, nach Sizilien, wo sie in einer kulturellen Organisation arbeitete. Währenddessen sammelte sie Inspirationen für ihr Romanprojekt „vulkangrau“ (AT). Seit Herbst 2020 studiert sie am Literaturinstitut Hildesheim. Ein Ausschnitt ihres Romanvorhabens wurde in der Anthologie „Blauer Salon“ veröffentlicht. Weitere Texte erschienen in dem Magazin „lautschrift“, sowie der Anthologie „Aufbruch“, sowie auf der Website für Literatur „Pfeil und Bogen“ wo ein kollaborativ entstandener Text zu lesen ist. Neben dem Studium arbeitet sie als Leiterin eines Sprachkurses für deutschlernende Jugendliche, der dann und wann zu einer mehrsprachigen Textwerkstatt wird.

Lucia Masetti wurde zum ersten Mal 1992 in Gallarate (Varese) geboren und dann zum zweiten Mal in Mailand, als sie an der Universität Literatur studierte. Jetzt konnte sich ihre Liebe zu den Büchern, unersättlich schon seit der Kindheit, voll entfalten verbunden mit der Entdeckung, dass die Welt außerhalb der Seiten genauso spannend sein kann. Und da Lahme mit hinken gehen lernen, konnte sie nicht anders, als auch etwas hinzukritzeln und eine kleine Vorratskammer mit Ideen und Geschichten beiseite zu legen.

Ihr Literaturstudium schloss sie mit der Promotion ab, dann, mit einer Wendung, von der sie als erste überrascht war, trat Lucia in das Familienunternehmen ein und entdeckte, dass sie es zutiefst liebte. Und so begann eine dritte Ära.

Bernhard Heckler, geboren 1991 in München, hat in Regensburg, Istanbul, Wien und München Politikwissenschaft und Journalismus studiert. Stipendiat der Bayerischen Akademie des Schreibens und der FAZIT-Stiftung. Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule. Schreibt für die Süddeutsche Zeitung, die ZEIT und deren Magazine. Sein Romandebüt „Das Liebesleben der Pinguine“ erschien 2021 bei Tropen. Er lebt in München und schreibt an seinem zweiten Roman.
 

Zeitplan

  • Dezember 2022 bis März 2023.
    Zusammenarbeit im Tandem und die Kurzgeschichte des anderen Autors oder der anderen Autorin in der eigenen Landessprache übersetzen oder kreativ nacherzählen.
  • April bis Mai 2023 – Erstellung des Sammelbands.
  • Herbst 2023 – Buchvorstellung zusammen mit den teilnehmenden AutorInnen in Wiesloch.

Unser Ziel ist es, die SchriftstellerInnen in Deutschland und Italien bekannter zu machen und den intellektuellen und interkulturellen Austausch zu fördern.

Im Namen der Stiftung und der Jury nochmals vielen Dank an alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen für Ihr Interesse am TANDEM 2023!

Das Projekt wird zusammen mit dem
Istituto Italiano di Cultura Stoccarda

und der Buchhandlung Eulenspiegel in Wiesloch durchgeführt.

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About

Ein/e deutsche/r und ein/e italienische/r Autor*in bilden ein virtuelles Tandem. Jeder/e Autor*in hat eine Kurzgeschichte in seiner/ihrer Landessprache eingereicht. Im Tandem soll die Kurzgeschichte des/der anderen Autors*in kreativ in der eigenen Sprache nacherzählt werden. Dieser Text kann einerseits eine Übersetzung sein, die nah am Original ist. Die Schriftsteller*innen haben andererseits aber auch die Möglichkeit, freier mit dem Originaltext umzugehen und die Handlung ggf. in einem ihnen vertrauteren Kontext anzusiedeln, um so auch eigene Erfahrungen bzw. Einsichten einfließen zu lassen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Geschichte inhaltlich nicht geändert werden darf und die Struktur der Handlung sowie die zugehörige Personenkonstellation im Wesentlichen erhalten bleiben muss.