Archiv der Kategorie: Nicht kategorisiert

Das Literatur-Tandem – Carolina Heberling und Maddalena Fingerle

Wir haben uns beide nach einem langen Gespräch dazu entschieden, die freie Nacherzählung als Form der Übertragung zu wählen, weil wir es sehr reizvoll fanden, die Geschichten auf diese Art näher an uns heranzuziehen. Im Prozess dieses Übersetzens und Fortschreibens standen wir eng miteinander in Kontakt, um sicherzugehen, dass sich die andere im Geist ihres Textes nicht missverstanden oder verraten fühlt. Wir sind mit den Nacherzählungen zufrieden, weil sie uns gezeigt haben, wie unterschiedlich man im Lesen und Schreiben einen Schwerpunkt setzen kann, ohne den Kern einer Idee zu verlieren.

In der italienischen Nacherzählung von „Atmen“ hat sich die Handlung von der Kreativbranche in Deutschland in einen Verlag in Italien und von der Außenwelt der Protagonistin in ihr Innenleben verlagert. Der Text problematisiert dadurch das Stigma der mentalen Krankheit, indem er sie relativiert. Die Liebe zur Sprache und zur Macht der Buchstaben wird in diesem Kontext stark gemacht. Wir haben uns entschieden, dass Tarik, der Freund von (H-)Edda, aufgrund dieser Fokussetzung nicht mehr auftaucht, weil er – im Vergleich zum deutschen Text – eine Nebenrolle gespielt hätte, die Maddalenas Text nicht gebraucht hat.

In der deutschen Nacherzählung von „In principio era il bianco“ wurde aus der schönen altehrwürdigen Kunstakademie eine Hochschule im Betonbrutalismus der 70er Jahre. Der Text hat einige der Fäden, die der italienische Text zart und verdichtet angelegt hat, neu miteinander verwoben und konkretisiert – im Text ist nun klar gesagt, dass der Professor, der seine Macht missbraucht, auch die junge Frau, die für die Klasse als Akt Modell sitzt, unterrichtet. Zudem haben wir uns entschieden, dass der Lehrer in der Art, wie er von Carolina beschrieben wird, nicht mehr an die historische Person Johannes Itten erinnern soll, der in Maddalenas Vorlage ja als Projektionsfläche des Protagonisten fungierte.

Das Literatur-Tandem Carolina Heberling und Maddalena Fingerle

Residenzstipedium – Philosophie 2021

Das für 2021 geplante Residenzstipendium wurde abgesagt, da wegen der Corona Pandemie auch in den nächsten Monaten keine Präsenzveranstaltungen wie  Workshops oder Vorträge möglich sein werden.

Der italienische Philosophieprofessor Pierfrancesco Stagi wird von Juni bis September 2021 als Stipendiat der Stiftung im Italienhaus in Wiesloch wohnen. In dieser Zeit wird er wissenschaftlich in dem Themenfeld „Kommunikative Grundsätze der Verantwortung in der Wissenschaft wie z.B. der Biotechnologie“ arbeiten.

Wiki – Pierfrancesco Stagi
Aracne editrice – Pierfrancesco Stagi

Alberto, Elsa und die Bombe
Lesung und Konzert

 Die italienische Schriftstellerin Angela Bubba hat in Wiesloch im Kulturhaus
aus ihrem Buch “Alberto, Elsa und die Bombe”  gelesen.

“Ich bin in Rom einige Tage vor meiner Abreise nach Deutschland …” so beginnt ihr Buch, das sie während ihres dreimonatigen Residenzstipendiums bei der Heimann-Stiftung in Wiesloch geschrieben hat.

Das Buch erscheint im Verlag DAS WUNDERHORN, Heidelberg, aus dem Italienischen übersetzt von Chiara Caradonna.

Begeleitet wurde die Lesung von einem Konzert mit der Sopranistin Sonya Isaak und mit Andreas Benend am Klavier. Beide treten im In- und Ausland auf.

Der Verleger Manfred Metzner hat die Lesung moderiert.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stadtbibliothek Wiesloch, der Buchhandlung Eulenspiegel, des Verlags DAS WUNDERHORN und der Heimann-Stiftung. Weiterlesen

Eleonora – Schülerpraktikum 2019

Eleonora hat ein zweiwöchiges Schülerpraktikum bei der Stadtverwaltung in Wiesloch gemacht.

Hier ihr Bericht:
Eleonora – Bericht Praktikum 2019
Eleonora – Articolo del tirocinio

Eleonora … Diese Erfahrung war für mich sehr anregend, weil meine Sprachkenntnisse auf die Probe gestellt wurden. In den verschiedenen Lebens- und Arbeitssituationen habe ich probiert, immer neue Vokabeln zu erlernen. Glücklicherweise waren Iris und Richard, meine Gasteltern, sehr hilfsbereit. Ich habe ihnen viele Fragen über Wiesloch und über die politische und wirtschaftliche Situation in Deutschland gestellt und sie haben mir eine gute generelle Sicht von Deutschland gegeben. …

Im Rathaus war alles super: am Anfang meines Praktikums habe ich meine Arbeitskalender bekommen und ich habe in verschiedenen Büros mit verschiedenen Tutors gearbeitet, wie Straßenverkehr,Personal oder in der Zentrale. Meine „KollegInnen“ waren hilfsbereit und nett, sodass ich viel über die deutsche Verwaltung gelernt habe, auch wenn ich keine  Arbeitserfahrung hatte.

 

Tagebuch Anne Sophie

Schülerpreis 2019 – Sprachkurs in Turin
Nächster Halt: Turin, Porta Nuova.“ So begann meine kulinarische und kulturelle Abenteuerreise. Mit meinem Rucksack und meinem Koffer stand ich also am Bahnsteig in Turin und fragte mich, was mich wohl in den kommenden zwei Wochen erwarten würde.
….
Ich habe mich rückblickend schon mit dem ersten Abendessen bei Enrica und Carlo, meinen Gasteltern, eingelebt und wohlgefühlt. Durch viele Gespräche, miteinander verbrachte Zeit auf Ausflügen und sogar einer italienischen Geburtstagsfeier lernte ich schrittweise die italienische Kultur und die Sprache immer besser kennen. Mit ihnen habe ich die Umgebung Turins und zahlreiche Male das Freilichtkino auf dem Piazza Castello besucht. Jeden Abend erwarteten mich die Spezialitäten der piemontesischen Region, dessen Zutaten kurz zuvor frisch auf dem Markt gekauft worden waren.

Und nun, nach zwei Wochen, gefüllt von unglaublich schönen Erlebnissen, stehe ich also wieder mit meinem Rucksack und meinem Koffer am Bahnsteig in Turin und da ich inzwischen nicht nur “Bahnhof“ verstehe, heißt er von nun an “Porta Nuova“. Ich bin sehr traurig gehen zu müssen, aber glaube fest an meine Münze, die in den Tiefen des Pos dafür sorgt, dass ich bald wieder nach Turin komme!

Tagebuch – Sprachkurs Turin Anne Sophie

Diario – Corso di lingua Torino Anne Sophie

Tagebuch Paulina Wenneis

Schülerpreis 2019 – Sprachkurs in Turin

Ich kann jedem nur empfehlen, sich für das Stipendium zu bewerben, die Gastfamilie, die Stadt, die Schule und auch das Ambiente sind einfach unvergesslich toll, eine Zeit, die man so schnell nicht vergessen wird!

Am Sonntag den 09.06.2019 ging meine Reise los. Der Zug fuhr schon ziemlich früh ab, gegen halb acht. Ich war sehr aufgeregt als ich in den Zug gestiegen bin, die Vorfreude hat aber deutlich überwogen.

Am Donnerstag haben wir schon früh zu Abend gegessen, weil wir ja ins Theater wollten. … Das Theater an sich war sehr schön, ganz anders als in Deutschland: es gab mehrere Emporen, alles war mit rotem Samt verziert und vergoldet und es gab sogar noch die Königsloge! Das Stück hieß „L’isola dei pappagalli con Bonaventura prigioniero degli antropofagi“. Es war eine Mischung aus Theater und Musical, ich habe zwar nicht so viel verstanden aber es war trotzdem schön! …
Und dann kam der letzte richtige Tag. In der Schule wurde ich von allen verabschiedet, sie waren sehr traurig, dass ich schon wieder gehen musste …
Als ich in Turin auf meinen Zug gewartet habe, wurde ich schon etwas wehmütig, ich wäre gerne noch länger geblieben. … Kaum zu glauben, dass ich zwei Wochen vorher noch überfordert von dem Gesamtpaket an Gewusel und Stimmengewirr war, jetzt konnte ich Gespräche von Sitznachbarn teilweise wirklich gut verstehen. Und auch das Lesen war deutlich leichter! …

Hier der Bericht von Paulina
Tagebuch – Sprachkurs Turin Paulina Wenneis

Diario – Corso di lingua Torino Paulina Wenneis

 

Residenzstipendium 2019 – Angela Bubba

Angela Bubba ist im Jahr 2019 die Preisträgerin des Literatur-Residenzstipendiums der Heimann-Stiftung.

Die Stiftung ist sehr froh, dass das Stipendium an eine schon anerkannte und auch anerkennenswerte Schriftstellerin vergeben werden konnte. Frau Bubba hat schon mehrere Preise gewonnen und war unter anderem unter den Finalisten  des Premio Strega. Ihre Bücher sind in namhaften italienischen Verlagen erschienen.

Angela Bubba:
Die Zeit in Wiesloch als Gast der Heimann-Stiftung geht nun zu Ende und zählt zu den besten Erfahrungen, die ich in meinem Leben machen konnte. Vom Aufenthalt in dem schönen Haus, in dem ich während des Stipendiums gewohnt habe, über die Stadt, in der es wirklich angenehm ist, spazieren zu gehen, bis hin zur Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit der Menschen, die ich getroffen habe und der wunderschönen Natur: Alles war perfekt. In diesen drei Monaten habe ich mit der nötigen Unbeschwertheit, aber auch mit der Neugierde und Vitalität geschrieben, die jeder Schriftsteller bewahren sollte, wenn er sich einem Text zuwendet. Ich bin so begeistert, dass ich Archim und Gerda Heimann sowie den anderen Mitgliedern des Teams nicht genug danken kann, dass sie mir diese Gelegenheit gegeben haben.

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